Bohrarbeiten an der Bohrung Speyer GTB I
Im Sommer und Herbst 2003 wurde die erste Bohrung für das Geokraftwerk in Speyer erfolgreich abgeteuft. Vor der Verrohrung der einzelnen unten genannten Bohrstrecken, wurden jeweils umfassende geo-
physikalische Messungen zur Bestimmung der Eigenschaften des Gebirges gefahren. Ein besonders umfangreiches Messprogramm wurde im Bereich von ungefähr 2.250 m bis Endteufe gefahren, um die Eigenschaften des Zielhorizontes der Thermalwasser-
förderung zu bestimmen.
Zeitraum Bohrstrecke m. Meißeldurchmesser
13.06. bis 17.06.03 von 0 m bis 165 m mit Lufthebeverfahren, mit 26"
18.06. bis 29.07.03 Einrichten des Bohrplatzes für die Tiefbohranlage
30.07. bis 18.08.03 von 165 m bis 1.005 m mit 17½"
19.08 bis 17.10.03 von 1.005 m bis 2.010 m mit 12¼"
19.10. bis 25.11.03 von 2.010 m bis 2.624 m mit 8½"
26.11. bis 09.12.03 von 2.624 m bis 2.871 m mit 6"
Zur Bestimmung der Stratigrafie wurden bohrbegleitend die Cuttings, dass heißt, das über die Spülung übertage transportierte Bohrklein, ausgewertet. Hierzu werden in Kooperation mit dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz mikropaläontologische Bestimmungen vorgenommen. Das Bohrklein wird hierfür aufbereitet, um unter dem Mikroskop mit 100-facher Vergrößerung Fossilien zu bestimmen. Diese stehen teilweise leitend für einzelne stratigrafische Einheiten und somit können diese Grenzen exakt bestimmt werden.
Aktueller Stand und weiteres Vorgehen:
Nach Erreichen der Endteufe von 2.871 m im Dezember 2003 werden derzeit die geophysikalischen Bohrlochmessungen ausgewertet. Dabei werden unter anderem Ergebnisse zur Permeabilität des Gebirges, zur Lage und Qualität von Klüften und der Spannungseigenschaften des Gebirges erwartet.

Parallel hierzu werden die technischen Notwendigkeiten für die geplanten Pumpversuche vorbereitet. Im Februar 2004 werden diese dann zur Ermittlung von Förderraten durchgeführt. Hierbei werden ansteigend definierte Förderraten entnommen und unterschiedliche Parameter wie Förderrate, Fördermenge, Druckverhalten, Temperaturen etc. aufgezeichnet und ausgewertet. Weiterhin werden die geförderten Thermalwässer einer chemischen Analyse unterzogen.

Mit den ausgewerteten Daten aus der ersten Bohrung und den Pumpversuchen wird dann die weitere Planung des geothermischen Kraftwerks vorgenommen. Als nächster Schritt bedeutet dies das Abteufen der weiteren Bohrungen.
April - Mai 2004
Injektionstest
Dezember 2003
Erreichen der Endteufe der Bohrung Speyer GTB I bei 2.871 m
13.06.2003
Beginn d. Bohrarbeiten a. d. Bohrung Speyer GTB I
November 2002
Infotag zum Thema "Geothermie-Möglichkeiten"
Juni 2002
Fachtagung zur "Geothermi-
schen Stromerzeugung"